Worum geht's?
Die größte Herausforderung unserer Zeit ist mit Sicherheit der Klimawandel. Diesen soweit es geht einzudämmen sollte nicht nur ganz oben auf der To-Do Liste der Weltgemeinschaft stehen, sondern ist auch die oberste Priorität unseres Projektes.

Brasilien kommt beim Kampf gegen den Klimawandel eine entscheidende Rolle zu.

  • Auf der einen Seite liegt der größte Teil des auch als grüne Lunge bezeichneten Amazonas-Regenwaldes innerhalb des brasilianischen Staatsgebietes. Brasilien ist außerdem das Land mit den weltweit größten Süßwasserreserven.

Andererseits liefert Brasilien immer wieder Negativbeispiele für nicht gelingenden Klimaschutz: Etwa ein Viertel des Regenwaldes wurde bereits abgeholzt, die Süßwasser-vorkommen werden zunehmend privatisiert, Landwirtschaft und Industrie in der Wasserversorgung priorisiert. Erst 2016 erlebte das Land die schlimmste Dürreperiode seiner Geschichte, 2019 die  größte Welle an Brandrodungen seit langem. Inmitten der Corona Epidemie nahmen diese zuletzt noch einmal zu. Die Abholzung von Amazonas, Mata Atlântica, Pantanal und Serrado hat unter Bolsonaro so gewaltige Ausmaße angenommen, dass wir uns immer schneller einem Wendepunkt nähern, ab dem der Regenwald für immer zur Savanne wird.


Artikel auf Tagesschau.de vom 30.8.2020

Dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, darum muss und soll es in unserem Projekt gehen.

Initiativen zum Schutz von noch bestehender Natur gibt es bereits viele, welche einen wichtigen Beitrag insbesondere zum Erhalt des Amazonas-Regenwaldes leisten. Was aber ist mit solchen Gebieten, die bereits den Prozess der Degeneration durchlaufen haben?

Die Mata Atlântica, Brasiliens zweitgrößtes Regenwaldgebiet wird bereits seit 500 Jahren abgeholzt, Monokulturen haben dem Boden die Nährstoffe entzogen und der ausbleibende Regen erlaubt nicht einmal mehr die Nutzung als Weideland für Rinder. Heute sind mehr als 90% der ehemaligen Fläche entwaldet. Die Wiederaufforstung eben solcher Landstriche wird eine zunehmend wichtigere Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel spielen. Die ETH Zürich hat vor kurzem eine Studie veröffentlicht, in welcher die Wiederaufforstung unbenutzter Gebiete als effizientestes Mittel zur Eindämmung der Erderwärmung bezeichnet wird. Die bisherigen Konzepte von Wiederaufforstung sind jedoch wenig überzeugend. Das Pflanzen von Bäumen in wüstenähnlichen Gegebenheiten ist extrem aufwändig, kostet viel Wasser, Zeit, Geld. Und das Ganze ohne Aussicht auf Gewinn. Für solche Projekte kann grundsätzlich niemand begeistert werden, der darauf angewiesen ist, mit besagtem Stück Land seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Für ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft!

Das Konzept des Agroforstes (portugiesisch Agrofloresta) bietet genau auf solche Problemstellungen eine Antwort. Das Prinzip ist dabei simpel, aber einleuchtend: Gepflanzt wird so, wie es die Natur in freier Wildbahn auch tut. Viele verschiedene Pflanzen in veschiedenen Wuchshöhen bilden eine aufeinander abgestimmte Gemeinschaft. Dabei ist die Aufgabe des Landwirtes lediglich die Beschleunigung dieser natürlichen Prozesse. Anstatt also direkt Bäume zu pflanzen, werden kleinere, resistentere Pflanzen bevorzugt. Das können sowohl essbare und damit vermarktbare Pflanzen sein (z.B Ananas), als auch solche, die zur Gründüngung benutzt werden (z.B Kakteen und Sukkulenten). Die Aufgabe dieser Pflanzen ist es, den Boden für anspruchsvollere Kulturen vorzubereiten. So wie es auch die Natur tut, ist die Agrofloresta dabei niemals eine Monokultur. Die Mischung verschiedenster Arten erhöht die Widerstandfähigkeit gegen Schädlinge und verringert die Abhängigkeit des Landwirtes vom Verkauf bestimmter Ernten. 

Langfristig sorgt die Agrofloresta für die Entstehung eines vielfältigen Waldes voller Nutzpflanzen. So kann gleichzeitig der Lebensunterhalt des Landwirtes gesichert, als auch eine umweltfreundliche Nutzung des Landes garantiert werden. Die Agrofloresta ist damit das erste Konzept, welches Umweltschutz und Ernährungssicherheit in Einem bedeutet. Mit der Anwendung des Prinzips der Agrofloresta kann der Klimawandel ernsthaft eingedämmt werden, und gleichzeitig der Einsatz von Ackergiften und chemischen Düngern extrem reduziert werden.

In diesem Modell eines Kakao-basierten Agroforstes wird die hohe Biodiversität gut sichtbar. Der Kakao wächst im Schatten größerer Bäume, zwischen welchen wiederum Palmen, Bananen und andere Fruchtbäume wachsen.

Agroforste bekommen auch in Deutschland zunehmend aufmerksamkeit!

Artikel von Tobias Herrmann in der Süddeutschen Zeitung über den benötigten Wandel in der deutschen Landwirtschaft und den fehlenden politischen Willen zur Pflanzung neuer Agroforste in Deutschland.


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Studie der ETH Zürich belegt: Aufforstung ist das effektivste Mittel zur Eindämmung des Klimawandels!

 Durch die Veröffentlichung der Studie des „Crowther Lab“ der ETH Zürich ist das Thema Aufforstung in den Fokus des Medieninteresses gerückt worden. Wir freuen uns natürlich und sagen: Lieber spät als nie!


Reportage von The Intercept  über die  Bedrohung des Regenwaldes durch die Politik Bolsonaros.     

Ein wirklich hervorragender Einblick in die Geschichte des Regenwaldes aus Sicht indigener Völker und anderer Volksgruppen, die auf eine intakte Umwelt angewiesen sind um zu überleben. Lohnt sich wirklich!

Jetzt Mitmachen! Übernehme die Patenschaft für einen Baum, finanziere die Pflanzung eines Agroforstes oder hilf uns durch eine regelmäßige Spende.

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